30 Jahre Starlight Express – Gala vom 12. Juni 2018 – Impressionen und Eindrücke

Hallo Musicalfreunde, hallo Starlightfans.

Kaum ein anderes Musical ist so erfolgreich, wie der Starlight Express in Bochum.

Am 12. Juni 1988 fand die Uraufführung in Bochum statt. Nun war es für Andrew Lloyd Webber Zeit, dass Musical von  Grund auf neu zu gestalten. Keine Angst, die Story ist geblieben. Doch im letzten Jahr besucht Webber das Musical und befand es als nicht mehr zeitgemäß. Es gab nur zwei Optionen für Webber: Ersten die Show auslaufen zu lassen (also das Ende von Starlight Express) oder eine deutliche Frischzellenkur.

Starlight Express Bühnendesign und Projektionstechnik

So wurde zum Beispiel die Rolle der Frau gestärkt und unter anderem Papa durch eine Mama ersetzt. Lange hat die Suche einer Mama gedauert. Starlight Express wurde bei Reva Rice fündig.

Wir waren sehr gespannt, wie sich die Neuinszenierung zeigen würde.

Viele Prominente wurden eingeladen, um diesen besonderen Moment beizuwohnen.

Hierzu gehörten unter anderem Ross Antony mit seinem Mann Paul Reeves, Mirja Boes, Daniel Buder, Mareike und Sam Eisenstein, Dieter Falk, Uwe Hübner, Daniela Katzenberger, Bela Klentze, Janine Kunze, Sarah Lombardi, Hans Meiser oder Ludger Stratmann.

Ross Antony mit seinem Mann Paul Reeves

 

Sarah Lombardi

Auch Andrew Lloyd Webber nahm an der Gala teil. Und er war auch mit der Grund, warum die Galavorstellung ein wenig Verspätung hatte. Verspätung bei Zügen? Wo gibt es denn so etwas? 😉

Andrew Lloyd Webber

Nach ein paar einleitenden Worte von Maik Klokow, Produzent von Starlight Express und Geschäftsführer der Mehr! Entertainment begann Starlight Express „2.0“.

Alle Änderungen im Einzelnen hier aufzuzählen würde sicherlich den Rahmen sprengen. Doch neben neuer Instrumentierung, neuen Songs und neuen Texten wurde vor allem in Halle und Technik das meiste Geld investiert. Ein neues Sound- und Lichtsystem wurde installiert und neue Effekte wurden geschaffen. Hier kommen wir zu einem Highlight der Show.

Bei der Starlight Sequenz kreisten viele Lichtdrohnen über Rusty und gaben dem Sternenhimmel eine neue Bedeutung. Dies kam auch extrem gut beim Galapublikum an.

„Das ist Hollywood“ meinte ein Gast. Doch das ist Bochum!

Den Darstellern merkte man diesen besonderen Moment an. Alle waren mit Energie bei der Sache. Leider viel dies aber auch aufgrund der neu gestalteten Kostüme und das Tempo der neu arrangierten Songs nicht so ganz auf.

So war das Intro mit dem Titel Rolling Stock doch recht langsam gegenüber den 30 Jahren davor. „So kann ein Zug nicht Fahrt aufnehmen“ meinte eine Gruppe von Fans nach der Show. Ob dies so von Webber gewollt war? Auch Titel wie Pumping Iron, Nicht der Rechte Zeitpunkt – nicht der rechte Ort  oder auch AC/DC waren in ihrem Tempo zu langsam und der Funke wollte hier auch nicht so recht überspringen. Leider konnte auch das das Lichtkostüm von Electra nicht helfen. Man war eine ganz andere Bühnenpräsenz von Electra gewohnt und das mitunter durch Kostüm, Perücke und Make-Up. Der „neue“ Caboose ist nun eine abgezockte Wehe. Er lässt sich für Unfrieden von den Zügen kaufen. Das neu gestaltetet Kostüm (der einzige mit roten Skateschuhen) passte zu diesem Charakter fast. Wenn da nicht dieser komische Hut gewesen wäre, der nicht wirklich zum Rest des Kostüms passen wollte.

Ein Wort noch zur Starlight Sequenz: Es gibt eine Passage, in der Mama auf Rustys Frage antwortet „Rusty glaub mir, ich bin in dir. Du selbst hast in dir, den Starlight Express“. In genau diesem Übergang wirkte die Mischung der Stimmen erschreckend. Das war stimmlich nicht aufeinander abgepasst.

Das Lichtdesign ist wirklich beeindruckend und lenkt doch gleichzeitig ein wenig von der Handlung ab. Der Zuschauer hat hier nicht die Möglichkeit, sich komplett auf die Darstellerinnen und Darsteller zu konzentrieren und wird manchmal dadurch abgelenkt.

Die neue Tontechnik konnte leider nicht verhindern, dass man oftmals Teile der  Gesangseinlagen vom Wort her einfach nicht verstand. Das hat sich gegenüber den Vorjahren leider nicht verbessert.

Das war für einige Besucher auch mit der Hauptkritikpunkt der Show.

Es gab einige Überraschungen.

Dazu gehörten die Darsteller Ben Carruthers (Greaseball), Rose Ouellette (Dinah), Blake Patrick Anderson (Rusty), Georgina Hagen (Pearl) oder Etienne Vogel (Trax).

Ben ist seit einem Jahr als Greaseball dabei und hat sich neben dem gesanglichen vor allem im Skating stark verbessert. Solch einen coolen Greaseball gab es schon lange nicht mehr! Er war zum Beispiel einer derjenigen Darsteller, die auf der Aftershow-Party Gäste fragten, was er noch verbessern könnte und wie im gesamten die Show auf die Zuschauer gewirkt hätte. Daumen hoch!

Rose Ouellette als Dinah und Ben Carruthers als Greaseball

Rose Ouellette konnte als Darstellerin der Dinah am meisten überzeugen. Sie hat eine sehr kräftige Stimme und verleiht der Rolle das gewisse etwas.

Blake Patrick Anderson war als Rusty bei den meisten Galagästen der „Süße“. Süß und zugleich naiv hat er die Rolle des Rusty gespielt. Und diese Mischung kam extrem gut an. Auch stimmlich war er mit einer der besten auf der Bühne.

Georgina Hagen ist eigentlich schon ein „alter Starlighthase“. Nach einer mehrjährigen Abstinenz gab sie als Pearl eine enorm stimmgewaltige Rolle wieder. Gesang und Darstellung stimmten hier wirklich zu 100 Prozent.

Bei Etienne Vogel als Trax hatte man den Eindruck, dass er unbedingt bei den Stunts noch eine Schippe mehr drauflegen wolle. Wände konnten nicht hoch genug sein, Sprünge über Rampen nicht weit genug. Hier merkt man, das Inline-Skating nicht nur ein Beruf sondern auch extrem viel Leidenschaft für ihn ist.

Natürlich funktioniert ein Musical nicht ohne seine Besucher, ohne seine Fans. Und die meisten werden wahrscheinlich trotz der großen Änderungen Starlight Express die Treue halten.

Daniela Katzenberger

Man darf hier aber einige nicht vergessen, die sonst im Hintergrund/ Backstage arbeiten.

Die ganzen Techniker, Dresser oder die Menschen im Bereich Maske und Kostüme leisten hier erstaunliche und überragende Arbeit. Und das Tag für Tag. Die eigentlichen wahren Helden und sicherlich auch mit ein Stück Herz dieses Musicals!

Gerade in der Vorbereitung zum neuen Starlight Express, haben diese Menschen außerordentliches geleistet, damit alles zur Gala am 12. Juni 2018 auch passte. Diese Menschen hinter und rund um die Bühne hatten sich die Aftershow-Party mehr als verdient.

Reva Rice (Mama) konnte stimmlich einiges darbieten. Sie war skatetechnisch durch einen Unfall auf der Bühne vom 10. Juni 2018 gehandicapt. Daher wurde auch das Set in manchen Teilen etwas geändert. Die Fans erkannten diesen Ehrgeiz der Darstellerin trotz der Umstände mit langem Applaus an. Geändert hat sich die Rolle der Mama gegenüber die des Papa eigentlich gar nicht. Erstaunlich, dass man hier nicht mehr von der Rolle nach den ganzen Änderungen gezeigt hat.

Reva Rice

Das Pro und Contra zum Thema Mama wird es wahrscheinlich weiterhin geben. Hier kann sich jeder ein eigenes Urteil bilden und die neue Show anschauen.

Andrew Lloyd Webber beendete nach dem finalen Applaus und einer kleinen Rede die Show mit den Worten „das ist die Show für die nächste Generation“. Die Planungen scheinen nun auf mindestens fünf bis zehn Jahre Laufzeit zu liegen. Ob dies gar getoppt werden kann, werden wir in den nächsten Jahren erfahren.

Euer EnjoyNews-Team.

 

 

 

 

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